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Aufgrund der Revolution in Frankreich und der drastischen Maßnahmen der neuen Machthaber gegenüber der alten Herrschaft, dem
Adel, erklärten die euopäischen Großmächte, insbesondere Österreich, England und Preußen, der Republik Frankreich den Krieg. Das
gesteckte Ziel war hierbei, die alte Ordnung in Frankreich wieder herzustellen und der königlichen Familie der Bourbon wieder
auf den Thron zu helfen.
Diese Kriegserklärungen nutzten den neuen Machthabern. Sie konnten von ihren innenpolitischen Problemen ablenken, vor allem, wenn
die Armeen der Trikolore siegreiche Schlachten gegen die monarchischen Mächte schlugen und den Gedanken der Revolution ins Ausland
trugen.
Im Sommer 1794 wurden die Jakobiner in Frankreich abgesetzt. Robbespiere betrat mit 20 Gesinnungsgenossen am 28. Juli 1794,
nach dem französischen Revolutionskalender der 9. Thermidor II, die Guillotine und wurde enthauptet. Die Staatsgeschäfte wurden fortan
von einem "Direktorium" geführt. Deren wichtigstes Anliegen war hierbei der erfolgreiche Krieg gegen Österreich (inkl. spanisch Niederlande)
und England und den mit England verwandtschaftlich verbundenen Oraniern (Holland).
Im Sommer des Jahres 1794 (oder nach französisch-revolutioneller Rechnung II) erhielten vier Armeen Frankreichs den Marschbefehl. Während
die Armeen unter den Generälen Jourdan, Moreaux und Michaud sich in Richtung Rhein bewegten, um dort die Osterreicher und ihre Verbündeten
zu schlagen, sollte Pichegrus Armee in Holland einmarschieren. Ein Sieg über die Holländer sollte zur Ausdehnung des republikanischen
Territoriums führen und Zugang zu weiteren Kanalhäfen gewähren.
Jourdan schlug bei Fleurus die Österreicher. Die Franzosen waren daher hoch motiviert und überaschten zu dem durch den Vormarsch der Armee
Pichegrus die Engländer, welche nur mit schwachen französischen Verbänden gerecnet hatten und auf eine Armee nicht vorbereitet waren. Pichegru
wies folglich schnell Erfolge vor. Am 10. Juli 1794 eroberte er Brüssel, nur 12 Tage später fiel Antwerpen.
Die Briten waren auf dem Rückzug. Zerstörten dabei die Brücken über die Maas, die Waal und den Lek. Behinderten damit den weiteren Vormarsch
der Franzosen, welche neben den Widrigkeiten Pontonbrücken bauen zu müssen, aber dafür keine Kähne zu haben, mit aufgrund Dauerregen
angeschwellter Flußläufe zu kämpfen hatten, die ein Übersetzen der Armee erschwerten.
Pichegrus weiterer Vormarsch erfolgte erst im Winter. Aufgrund des einsetzenden Frosts gefroren die Flüssen. Es bildete sich
fester Boden. Mit größter Vorsicht stieß die Armee nun weiter nach Norden vor. Am 27. Dezember 1794 überquerte man die zugefrorene Maas.
Am 8. Januar 1795 die Waal, eine Woche später den Lek.
Die Entwicklung des Kriegsverlaufs zu Gunsten Frankreichs führten dazu, dass am 18. Januar 1795 der Statthalter, Prinz Wilhelm V., nach England
floh und in der selben Nacht die Batavische Republik ausgerufen wurde. Alle Feindseeligkeiten wurden eingestellt und die nochkämpfenden holländischen
Verbände durch Depeschen entsprechnd informiert.
Die Schlacht im Marsdiep
Da die Lage Hollands stetig aussichtsloser wurde hatte Prinz Wilhelm seinem Flottenadmiral van Kinsbergen befohlen, die Kriegsflottein der
Seestraße Marsdiep zusammenzuziehen und zu ankern. Die Flotte sollte die eventuelle Flucht des Prinzen sichern.
Doch das Wetter im Winter spielte nicht mit. Der Frost verhinderte, dass die Flotte weiter ins Ijselmeer vordringen konnte, auch der Weg zu
offenen See hin wurde schnell vom Eis blockiert. 15 Kriegsschiffe, 2 Versorgungsschiffe und etliche Kanonenboote waren eingeschlossen. Versuche,
den Weg zum Meer freizusprengen scheiterten, so dass der Admiral Vorbereitungen zur Versenkung der Flotte traf, sollten die Franzosen versuchen,
diese zu erobern.
Pichgru erfuhr, dass die holländische Flotte im Eis festsaß. Er beschloss, dass die am nächsten stehende Einheit die Flotte angreifen sollte. Es
handelte sich hierbei um ein Bataillion der 4ème Division de Souham, bestehend aus 128 Husaren, 780 Infateristen und 39 Artilleristen mit
4 kleinen Kanonen. Am 20. Januar 1795 erhielt diese Enheit den Marschbefehl und gelangte 2 Tage später die Marsdiep.
Im Morgengrauen des 23. Januar 1795 ritten die 128 Husaren, geführt von Ihrem Bataillionschef, im dichten Nebel zum Angriff auf das Eis. Die Kavallerie
ritt bis dicht an die Schiffe heran und umstellte die eingeschlossenen Schiffe. Kein Schuss aus den Kanonen der Flotte fiel. Statt dessen schlug der
Admiral der Flotte dem Kommandanten der Husaren vor, die Angelegeheit beim Essen zu regeln. Die Flotte fiel kampflos in die Hände der Franzosen,
da in der vorangegangenen Nacht der Admiral über das Ende der Kampfhandlungen gegen Frankreich informiert wurde -- Holland hatte zum Zeitpunkt des Husarenstücks
kapituliert.
Es war die einzige Schlacht zur See, die auf dem Rücken von Pferden gewonnen wurde, zu dem ohne dass ein Schuss fiel.
Quellen:
Erik Durschmied: Als die Römer im Regen standen - Der Einfluss des Wetters auf den Lauf der Geschichte, Bastei Lübbe, 5. Aufl. Jan 2005;
Kap.V "Die Armada im Eis"
Wikipedia: Jean-Charles Pichegru; Stand: 22. Oktober 2006
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