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In der Schlacht bei Roßbach im Kurfürstentum Sachsen (heute Sachsen-Anhalt) am 5. November 1757 besiegte
der preußische König Friedrich der Große die zahlenmäßig überlegenen Franzosen unter dem Prinzen von Soubise (1715-1787) und die mit
ihnen koalierende Reichsexekutionsarmee unter dem Kommando des Reichsgeneralfeldmarschalls Prinz von
Sachsen-Hildburghausen (22.000 Preußen gegen insgesamt 41.000 auf französicher Seite).
Karte zur Schlacht von Roßbach (Quelle: Wikipedia)
Die Schlacht selbst dauerte nur wenige Stunden und brachte eine eindeutige Entscheidung. Über zehntausend
Mann an Verlusten bei den Franzosen und der Reichsarmee (insbesondere zahlreichen Gefangenen) standen kaum
einhundert preußische Gefallene und vielleicht fünfhundert Verwundete gegenüber. Bedeutenden Anteil am Sieg
hatte die Kavallerie unter dem Kommando des jungen Generalleutnants von Seydlitz, der sich bei dieser Gelegenheit
dauernden Ruhm erwarb. Dem massierten Angriff von 6.000 preußischen Kürassieren konnte die französische Front nicht
lange widerstehen, nachdem bereits der preußische Infanterieangriff, insbesondere die Attacke des Infanterieregiments
Nr. 5 Alt-Braunschweig, die gegnerischen Linien schwer ins Wanken gebracht hatte. Unmittelbare Folge des preußischen
Sieges war der chaotische Rückzug der französischen Truppen in Richtung Westen. Die Reichsarmee sammelte sich wieder
und nahm auch fernerhin am österreichischen Kampf gegen Friedrich teil (so einen Monat später bei Leuthen), konnte
aber keinen bedeutenden Beitrag zur militärischen Entwicklung des Krieges leisten, was nicht zuletzt mit ihrer
miserablen wirtschaftlichen Konstitution zusammenhing, wenngleich man als Hauptgrund sicher die mangelhafte
Motivierung der Truppe anführen muss: Das Gros der Soldaten entstammte dem protestantischen Milieu (so vor allem
Sachsen und Württemberger) und empfand deshalb heimlich Sympathie mit dem allgemein als Vertreter der evangelischen
Sache in Europa anerkannten preußischen Monarchen. Auch der Nimbus der siegreichen preußischen Armee, ihre modernere
Ausbildungs- und Verpflegungssituation trugen vielfach zu massenhaften Desertationen besonders von
Reichsarmeeangehörigen zu den preußischen Fahnen bei.
Da Roßbach in kursächsischen Landen lag (heute Sachsen-Anhalt)ist es jedoch gut möglich, dass Matthes an dieser
Schlacht teilgenommen hat. Auch halte ich es für wahrscheinlich, dass er zu dem eigentlich überlegenem deutsch-französischem
Heer gehörte.
Dies war diel letzte Schlacht, die in nächster Zeit von französischen Truppen im Osten Detschlands geführt wurde.
Danach beschränkte sich die Konfrontation mit Frankreich auf die westdeutschen Gebiete, erst 50 Jahre später unter
Napoleon sollten französische Truppen wieder so weit nach Deutschland vordringen.
Die Schlacht wurde, obwohl ihre Auswirkungen im gesamtstrategischen Kontext hinsichtlich des europäischen
Kriegsschauplatzes des siebenjährigen Kriegs eher als gering zu qualifizieren ist (Hauptgegner Preußens war und blieb
Österreich mit seiner energischen Kriegsherrin Maria Theresia), zu einem Identifikationsereignis mit der preußischen
Sache in ganz Deutschland.
Der Siegestaumel blieb nicht auf Deutschland beschränkt: In England und Nordamerika wurde Friedrich nach dem
Gefecht, das er selbst eher nüchtern als überheblich als "Spaziergang" bezeichnet hatte (in der Tat stellte das
französische Heer in seinem damaligen desolaten finanziellen und moralischen Zustand keine besonders schwere
Hürde für die kampf- und sieggewohnten preußischen Bataillone dar), als Idol verehrt, wenn nicht vergöttert,
Straßen und Wirtshäuser wurden nach ihm benannt, sogar im feindlichen Paris artikulierte sich der lange gehegte
Unmut der oppositionellen Intellektuellen um Voltaire und andere (unter ihnen nicht wenige Vertreter der höheren und
höchsten Aristokratie) in enthusiastischen Sympathiebekundungen für den preußischen Monarchen.
Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass nach der Schlacht in Frankreich selbst die Stimmen lauter wurden, die
für eine Beilegung des Konfliktes mit Preußen eintraten. Insbesondere der frühere Fürsprecher der Kriegspartei, der
Außenminister François-Joachim de Pierre de Bernis, erkannte die Aussichtslosigkeit weiterer Interventionen auf
deutschem Boden und sprach sich für einen Friedensschluss aus, was indes seiner Karriere am französischen Königshof
ein rasches Ende bereiten sollte.
Quellen:
Wikipedia: Schlacht bei Roßbach; Stand: 4. Mai 2008
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