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Hitlers Rundumschlag

Nachdem Hitler sich zum Einen mit Franz von Papen am 4. Januar 1933 über die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt hatte, erlangte er vom greisen Reichspräsidenten und Feldmarschall Oskar von Hindenburg am 22. Januar die Zustimmung, dass er in einer neuen Regierung den Posten als Reichskanzler inne haben könnte sowie dass es erneute Neuwahlen zum Reichstag gibt.

Diese Zustimmung besiegelte das Ende der Weimarer Republik. Nach dem die NSDAP in den Jahre zuvor jegliche Arbeit der Regierungen und des Reichstags teilweise zusammen mit der KPD torpediert hat, war man nun legal an die Macht gekommen: Am 30. Januar 1933 wurde Hitler Regierungschef und führte eine "Koalition des nationalen Zusammenschlusses".

Nachdem zunächst innenpolitisch die Position der NSDAP und ihres Führers abgesichert worden ist - z.B. Gleichschaltung der Länder (1933 bis 1934), Übernahme der Polizeigewalt (bis 1936), Verbot von Parteien und Gewerkschaften (ab Mai 1933) - und zu dem durch den Tod von Hindenburgs der Posten des Reichspräsidenten vakant und durch Hitler selbst besetzt worden ist, wandte sich Hitler außenpolitischen Fragen zu.

Hitlers anfänglich vorrangiges Ziel war die Revision des von ihm und vielen Deutschen gehassten Versailler Vertrags. In diesem Vertrag, der den Deutschen die alleinige Schuld am Ersten Weltkrieg gab, wurde von vielen die Hauptursache an vielen Problemen des Deutschen Reichs gesehen. Durch den Vertrag hat Deutschland - wenn auch teilweise zeitlich begrenzt - wichtige Wirtschaftsstandorte wie das Ruhrgebiet, das Rheinland oder Teile der Korkammer und Kohleregion Schlesien an die Nachbarn abtreten müssen.

Darstellung von Hittlers Rundumschlag in Europa

Die "friedliche" Expansion

Hitlers erster Erfolg auf dem Weg zu Wiederherstellung des Status quo (Status vor Ausbruch des letzten Weltkrieges) war die am 1. März 1935 erfolgte Abstimmung im Saargebiet zu Gunsten Deutschlands. Es folgten anschließend etliche bilaterale und multilaterale Abkommen zwischen Deutschland und den umliegenden Nationen, die u.a. den Zweckverfolgten die Nachbarn in Sicherheit zu wiegen.

Am 7. März 1936, also kurz vor den Olympischen Spielen, bei denen sich Hitler als weltoffener Gastgeber präsentierte, kündigte die deutsche Regierung den Lorcano-Vertrag von 1925, in dem u.a. Deutschland die derzeitigen Grenzen anerkannte. Noch am selben Tag marschierte die Reichswehr unter Jubel im entmilitarisierten Rheinland ein. Die Proteste der Siegermächte hielten sich in Grenzen bzw. verhallten ungehört, zumal die europäische Großmacht Großbritannien in dieser Zeit eher eine Politik der "freien Selbstbestimmung er Völker" verfolgte.

Ermutigt von dem geringen Widerstand griff Hitler in Zusammenarbeit mit den österreichischen Nationalsozialisten nach der Alpenrepublik. Nachdem Hitler sich in die Regierungszusammensetzung Österreichs eingemischt hatte, rückte die Reichswehr, unter dem Vorwand, im Nachbarland Ruhe und Ordnung wieder herstellen zu wollen, ungehindert ein. Aufgrund einer unter nationalsozialistischem Druck stattfindende Volksabstimmung wurde am 13. März 1938 Österreich dem Reich angegliedert ("Heim ins Reich!").

Versuche einzelner Regierungen, Hitler in seinem Expansionsdrang aufzuhalten, wenn nicht gar zu stoppen, wie z.B. von der tschechischen Regierung, wurden durch Intervention der Franzosen und Briten verhindert: Im Rahmen des Münchner Abkommens (29. September 1938) stimmten Großbritannien, Frankreich und das mit Hitler verbündete Italien der Abtretung des Sudentenlandes an das Reich zu. Auch hier wurde wieder mit der freien Selbstbestimmung der Völker argumentiert. Man war bereit, den (brüchigen) Frieden mit Zugeständnissen an Hitler zu sichern. Am 1. Oktober besetzte die Reichswehr das Sudentenland.

Am 21. Oktober erließ Hitler den Geheimbefehl zur Erledigung des "Rest-Tschechei". Dieser Befehl wurde mit der Besetzung der Tschechei am 15. und 16. März 1939 umgesetzt. Das besetzte Gebiet wurde zum "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. Wenige Tage später wurde das Memelgebiet dem Reich wieder eingegliedert (23. März 1939). Damit war die "friedliche" und von den Großmächten geduldete Expansion Hitlers abgeschlossen.

Der Krieg

Die Fortführung des vormals friedlichen Rundumschlags erfolgte am 1. September 1939. Mit der Aussage des Führes vor dem Reichstag -- "Seit heute 5.45 Uhr wird nunmehr zurückgeschossen" -- wurde den Deutschen der Kriegszustand bekannt gemacht. Die Wehrmacht marschierte - diesmal gewaltsam - in Polen ein. Der "Fall Weiß" hatte begonnen.

Von See aus beschoss die Marine die Danziger Platte, zu Land vernichteten hochgerüstete deutsche Verbände die polnischen Truppen und die Luftwaffe richtete mit ihren im spanischen Bürgerkrieg erprobten Sturzkampfbombern - den "Stukas" - Verwüstungen an.

Auch die Kriegserklärung am 3. September 1939 der beiden Garantiemächte Frankreich und England sowie der britischen Dominions (ehemalige Kolonien, Commonwealth-Staaten) konnten die Deutschen nicht aufhalten. Beide Staaten waren auf einen Krieg in Europa nicht vorbereitet, so dass der von der Wehrmacht gefürchtete Zweifrontenkrieg, welcher schon im Ersten Weltkrieg den mitteleuropäischen Kriegsparteien das Genick gebrochen hat, ausblieb. Durch diese fehlende Unterstützung von Westen her, unterliegt Polen binnen weniger Tage.

Im Oktober wurde Polen neu geordnet. Das besagte, das einige Gebiete den Reichsprovinzen Schlesien und Ostpreußen angegliedert, einige als Provinzen eingegliedert (z.B. Danzig) wurden sowie ein Rumpfpolen zu einem Generalgouvernement abgewertet wurde. Des Weiteren rückten die Sowjets entsprechend der mit Hitler getroffenen Abkommen im Rahmen des deutsch-sowjetischen nicht Angriffspaktes in Ostpolen ein und besetzten das Gebiet.

Im Rahmen der "Weserübung" marschierte die Wehrmacht mit Luft- und Seeunterstützung in Dänemark ein, welches sich am 9. April 1940 kampflos ergab. Im gleichen Zug wurde auch Norwegen angegriffen. Der Krieg gegen Norwegen dauerte, obwohl von britische Truppen und der britischen Marine unterstützt, vom 9. April bis 10. Juni 1940, also zwei Monate.

Nach dem erfolgreichen Einverleiben deutsche Gebiete (Österreich und Tschechei) im Südosten und Vormarsch nach Osten (Polen) war somit der Norden (Dänemark, Norwegen) unter Beachtung der Neutralität Schwedens besetzt worden. Mit dem im gleichen Jahr durchgeführten "Fall Gelb" war nun die westlichen Nachbarn an der Reihe.

In der Zeit vom 10. Mai 1940 bis 4. Juni 1940 überfiel die Wehrmacht im Rahmen der Operation "Sichelschnitt" die Niederlande (Kapitulation am 15. Mai 1940) und Belgien (Kapitulation am 28. Mai 1940). Hierbei stieß sie bis zur Kanalküste vor und bedrängte die britischen und französischen Truppen bei Dünkirchen, welche sich unter großen Verlusten über den Kanal zurückziehen.

Nach der Eroberung der beiden Nachbarn griff in der "Schlacht um Frankreich" Hitler nach dem verhassten Nachbarn. Am 22. Juni 1940 wurde in Compiègne der Waffenstillstand getroffen, bei dem eine Teilung in ein besetztes und ein freies Frankreich unter General Pétain festgelegt wurde. Des Weiteren ging die gesamte französische Armee in deutsche Gefangenschaft. Restfrankreich behielt zwar die Flotte, diese wurde aber von den Briten am 3. Juli 1940 vernichtet.

Nach der Eroberung Frankreichs sollte die Eroberung der britischen Inseln erfolgen. Hier bei war es neben der Einhaltung der engen Zeitfenster für eine Landung und Bildung eines Brückenkopfes ebenfalls wichtig die Lufthoheit wenigstens über Südengland zu erringen. Die "Luftschlacht um England" führte zu schweren Verlusten der deutschen Luftwaffe und der Aufgabe des Unternehmens "Seelöwe", der Landung in England.

Während ab 1941 ein Korps General Rommel den Italienern in Nordafrika gegen die Briten unterstützte (so war es ursprünglich geplant, es entwickelte sich aufgrund der geringen Kampfstärke und Moral der italienischen Verbände aber ein mehr oder weniger deutsch-britischer Kriegsschauplatz) eroberten deutsche Einheiten zusammen mit Italienern, Ungarn und Bulgaren Jugoslawien und Griechenland. Die dortigen britischen Truppen zogen sich nach Kreta und Malta zurück.

Um den Nachschub in Afrika zu sichern und die Seehoheit im Mittelmeer zu erlangen mussten sowohl Kreta als auch Malta erobert werden. Mit dem "Unternehmen Merkur" (20. Mai 1941 bis 1. Juni 1941) erfolgte die erste großangelegte Luftlandeoperation der Kriegsgeschichte, die Eroberung Kretas.

Hitlers letzter Coup des "Rundumschlags" war der Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, dem "Unternehmen Barbarossa". Bis zum Winter 1941 standen die Deutschen vor Moskau und Leningrad, im September 1942 erreichte die 6. Armee die Vororte Stalingrads.

Das Deutsche Reich seine größte flächenmäßige Ausdehnung unter den Nationalsozialisten erreicht. Von nun an ging es rückwärts in Richtung Untergang.

Weitere Artikel zu dem Thema:
Unternehmen Merkur: Die Schlacht um Kreta

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Zuletzt geändert am 22.04.2010


Wussten Sie schon?
Der älteste bekannte Vorfahr ist Hans Einenkel, geboren vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts bei Annaberg. (mehr)


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