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Bevor ich die möglichen Ursprünge dieses Namens darlege, möchte ich vorab sagen, dass diese beiden Annahmen nicht belegt sind. Es gibt offensichtlich nirgends eine Quelle
die diesen Namen beschreibt.
1. Ableitung eines Familiennamens ins Lateinische
Hilarius heisst übersetzt "der Heitere". Nimmt man heiter als Grundlage und such nach Synonymen, so gelangt man schnell zu den Worten "munter", "fröhlich", "lustig". Diese Adjektive
sind weit verbreitete Nachnamen.
Daraus gefolgert hiessen die Hilarius einst "Fröhlich", "Lustig" oder "Munter" und haben irgendwann diesen Nachnamen lateinisiert.
Zu den Namen schreibt der "Duden Familiennamen":
- Fröhlich:
Übername zu mhd. vrœlich ›froh, fröhlich, heiter, erfreut‹
- Lustig:
Übername zu mhd. lustic, mhd. lustich ›angenehm, lustig, heiter, vergnügt‹
- Munter:
1. Niederdeutsche Berufsnamen zu mnd. munter ›Münzer, Geldwechsler‹
2. Übername zu mhd. munder, munter, ›wach, wachsam, frisch, eifrig, lebhaft, aufgeweckt.‹
Diese Herleitung wird von einem Teil der Familie präferiert. Hierbei gehen entsprechende Mitglieder davon aus, dass der Ursprung bei Fröhlich liegt.
Dennoch lässt sich das Ganze noch weiter entwickeln. Wird der Name "Hilarius" aus dem Namen "Munter" abgeleitet, so kann dies - wie im Duden steht - auch auf das mnd. Wort
munter für Münzer zurückgehen. Folglich wäre hier im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, dass ein Vorfahr von Berufswegen Münzer oder Geldwechsler war.
Gerade dieses "Vergessen" kann in diesem Falle gut möglich sein. Zum einen entstanden die ersten Nachnamen im 12. Jhd, die meisten aber erst im 16. Jhd.
(Eike Pies: Abenteuer Ahnenforschung, S. 41). Zum zweiten stammen die Begriffe aus dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen, also aus einer Zeit von
etwa 1050 n.Chr. - 1350 n.Chr.
Der erste bisher bekannt Hilarius im Stammbaum lebte im späten 18. Jhd (somit etwa 4 Jahrhunderte später) in der seit etwa 1650 existierende Sprachepoche des Neuhochdeutschen. In dieser Zeit
von etwa 400 Jahren kann die Bedeutung des mittelniederdeutschen Wortes "munter" natürlich verloren gegangen sein.
2. Ableitung eines Ortsnamens ins Lateinische
Aus dem vorangegangenem und der Herkunft der Hilarius westlich von Annaberg/Erzgebirge, läßt auch noch auf einen anderen
Ursprung des Namens schließen.
Als es üblich war, dass Namen lateinisiert wurden, hat man nicht nur den bisher gebräuchlichen Nachnamen (und ggf. Vornamen)
in Latein geschrieben, sondern auch in einigen Fällen den Herkunftsort in Latein als Nachnamen angewendet.
Da es in der Nähe von Annaberg einen Ort namens Frohnau gibt (in den 1960er Jahren nach Annaberg eingemeindet, wäre es möglich,
dass, auch wenn dieser Name Frohnau ursprünglich aus den Worten Frohn(dienst) und Au entstanden sein wird, ein Vorfahr seinen
Namen in Anlehnung an diesen Ortsnamen angenommen hat.
3. Ableitung aus dem Ortsnamen Hillartshausen
Eine mögliche, aber nicht sehr wahrscheinliche Herkunft ist aus dem Ortsnamen Hillartshausen
(wird im Greve-Forum
angesprochen)- Dieser Ort gehört zur Gemeinde Friedewald, östlich von Bad Hersfeld.
Eine Beziehung zwischen dem Nachnamen und dem Ortsnamen ist jedoch sehr unwahrscheinlich. In der Region leben keine Personen
mit dem Namen Hilarius. (vgl. hierzu den Namen Behling)
4. Übernahme des Vornamens als Nachname
Eine weitere Möglichkeit, wie die Vorfahren in zu diesem Familiennamen gelangt sein könnten, habe ich aus der Geschichte von Dörfel und Umgebung abgeleitet.
In der Nähe von Dörfel (einige Kilometer südlich) liegt Schlettau. Dieser Ort ging 1413 in den Besitz der Zisterzienserabtei Grünhain über, war dann bis zur Aufgabe des Klosters
1536 mit einer Unterbrechung aufgrund einer Verpfändung an den Sächsischen Kurfürsten (1430-1464) in kirchlichem Besitz.
Als Beruf der Hilarius' meiner Linie ist mehrmals der Müller oder Mühlenbesitzer angegeben. Da in der Regel ja früher
der Beruf vom Vater auf den Sohn vererbt wurde, liegt der Schluss nicht fern, dass die Vorfahren als Müller dem Kloster
gedient haben könnten. Wenn dies so ist, dann könnten diese z.B. den Namen Klostergründers, Abtes, Prior angenommen haben.
Da es einen Hilarius von Poitiers gab (9/10 Jhd), könnte hier der Bogen zum Nachnamen zu schlagen sein. Nur habe ich
bisher noch nicht die Verbindung zwischen Hilarius und den Zisterziensern entdecken können.
Des Weiteren gab es in Chemnitz einen Abt namens Hilarius (von Rehburg) der zu Zeiten der Reformation lebte. Auch dieser könnte
bei der Annahme dieser Theorie als Namensgeber gedient haben. Aber auch das ist ansich relativ unwahrscheinlich, da zu dieser Zeit
schon Nachnamen in Gebrauch waren und der besagte Abt soweit ich es bisher ermitteln konnte, kein Zisterzienser war.
Weitere Varianten den Namens
Bei der Familien-Recherche konnten weitere Varianten des Namens ermittelt werden:
Hillarius
Il(l)arius
Hil(l)ary
Hilaire
Geht man davon aus, dass der Nachname Hilarius auf den Heiligen Hilarius (Bischof von Poitiers) zurückzuführen ist, so gehören folgende Namen ebenfalls
zu den Varationen (siehe hierzu GEN-DE-L Archives: Familienname Klaris (vom 21 Feb 2004)):
Klar(e)s
Klä(h)r(s)
Cleres
Klö(h)r(s)
Klöres
Klehr
Glari(s)
Gläre
Gläri
Glori(us)
Glohr
Gloor
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